Psychologie, Therapie und Coaching

Mit Lachyoga die Zufriedenheit und Gesundheit steigern

Kinder lachen ungefähr 400 Mal am Tag, Erwachsene im Schnitt nur noch 15 Mal. Lachen ist gesund und tut der Seele gut. Das Lachyoga erfreut sich einer immer größerer Beliebtheit. Was ist Lachyoga? Wie funktioniert und was bewirkt es?

 

Was ist Lachyoga?

Der indische Arzt Dr. Madan Kataria erfuhr von den positiven Auswirkungen des Lachens. Er wollte diese Erkenntnisse gerne in seine Arbeit einbinden. Anfangs versuchte Kataria Menschen mit Witzen zum Lachen zu bewegen. Irgendwann gingen ihm aber die Witze aus. 1995 entwickelte er aus diesem Grund mit seiner Frau Madhuri, welche als Yogalehrerin tätig war, Lachyoga-Übungen. Dr. Kataria gründete den ersten Lachclub in Indien. Dieses Wissen verbreitet er in der Welt. Heute gibt es weltweit unzählige Lachclubs.

Lachyoga verbindet das Lachen mit Übungen aus dem Yoga. Es wird ohne Grund gelacht. Das anfänglich gespielte Lachen verwandelt sich in ein befreiendes, natürliches Lachen. Dies hat eine positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Drei Minuten lachen sind für den Körper so gesund wie fünfzehn Minuten joggen. Es spielt keine Rolle, ob ein Lachen echt oder nur vorgetäuscht ist. Unser Gehirn kann dies nicht unterscheiden. Regelmäßiges Lachyoga verhilft zu einer positiven Ausstrahlung und schenkt mehr Lebensfreude.

 

Was bringt Lachyoga?

Seit den 1960ern gibt es einen Wissenschaftszweig der Gelotologie. Dieser beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Lachens auf den menschlichen Organismus. Begründer dieser Wissenschaftsrichtung ist Dr. William Fry, welcher als Begründer der Lachforschung gilt. Seitdem wurden in zahlreichen Studien die positiven Wirkungen des Lachens auf Körper und Psyche belegt.

 

Auswirkungen auf den Körper

Das Lachen reduziert die Stresshormone im Körper und erhöht gleichzeitig die Ausschüttung von Glückshormonen. Die Glückshormone Endorphine, Dopamine und Serotine sorgen für ein Wohlgefühl. Die Schmerzempfindlichkeit wird gesenkt, so dass auch bei chronischen Schmerzen eine Besserung eintreten kann.
Alle Körperorgane werden durch das Lachen besser durchblutet. Lachen vertieft zudem die Atmung und erweitert die Lungen. Dadurch erhöht sich die Sauerstoffaufnahme. Lachen stärkt das Immunsystem und schützt uns vor Infekten. Nach Lachanfällen sind vermehrt Abwehrstoffe im Körper nachweisbar.
Den Cholesterinspiegel kann das regelmäßige Lachen senken. Das Herzinfarktrisiko wird gemindert. Weiterhin kann Lachen bei Allergien, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Stoffwechsel- und Verdauungsproblemen helfen. Lachen fördert die Selbstheilungskräfte des Körpers.

 

Auswirkungen auf den Geist

Das Lachen sorgt für eine Entspannung und führt zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude. Oft erlangt man durch das Lachen eine distanzierte Sichtweise auf Probleme und kann diese leichter lösen. Blockierte Gefühle werden besser losgelassen. Das Lachen kann somit Ängste mindern. Depressionen und Schlafstörungen bessern sich zunehmend. Wer viel lacht ist meist auch kreativer und ausdauernder. Das Schönste ist, dass das Lachen zu mehr Selbstbewusstsein und zu mehr Glück verhilft.

 

Das Lachen mit anderen Menschen

Wer gemeinsam mit Anderen lacht, erfährt eine Verbundenheit mit den Lachpartnern. Das Gemeinschaftsgefühl wird schnell aktiviert. Das gemeinsame Lachen schafft Vertrauen zu den Mitmenschen. Eine vertrauensvolle Nähe zu den Lachpartnern wird aufgebaut. Diese Nähe ist wichtig, um eine stabile Sozialstruktur zu schaffen. Das gemeinsame Lachen entschärft eventuelle Konflikte, denn es wirkt besänftigend und sympathisch.

 

Lachyoga ist nicht für alle Menschen geeignet

Natürlich kann jeder Mensch gefahrlos lachen. Lachyoga ist aber nicht für Jeden gleichermaßen geeignet. Menschen mit schweren Erkrankungen sollten Lachyoga nur mit ärztlichem Einverständnis durchführen. Das Gleiche gilt für Menschen, die eine Operation hinter sich haben. Ungefähr ein viertel Jahr nach dem Eingriff sollte man mit dem Lachyoga warten. Das Einverständnis und die Begleitung des behandelnden Arztes sollten bei Herzkrankheiten, sehr hohem Blutdruck und Epilepsie gewährleistet sein. Schließlich sorgt Lachyoga anfänglich für das Ansteigen von Blutdruck und Herzfrequenz.

Menschen mit psychischen Erkrankungen, schweren Depressionen, Borderline-Syndrom oder mit schweren Traumata sollten Lachyoga nur mit geeigneten psychologischen bzw. psychiatrischen Fachleuten durchführen. Beim Lachyoga können verborgene Gefühle aktiviert werden. Dies bedarf einer fachgerechten Betreuung. Wird Lachyoga in der Gruppe durchführt, sollten Menschen mit einer akuten Infektionskrankheit nicht am Lachyoga teilnehmen. Die Ansteckungsgefahr durch die Tröpfchenübertragung oder Hautkontakt ist hoch.
Menschen mit Angina pectoris, Aneurysmen oder Hernien sollten kein Lachyoga durchführen.

 

Die Lachlaute und deren Wirkung

Die Übungen werden mit den Lachlauten HA, HO, HI, HE und HU durchgeführt. Diese Laute können gesungen, gesummt und gelacht werden. Das HA ist der Herzlaut. Es löst die blockierten Gefühle und kann Ängste reduzieren. Mit HO beruhigt man die Nerven. Gleichzeitig werden die inneren Organe und der Stoffwechsel angeregt. Das HO baut versteckten Ärger ab. Den Kopfbereich spricht das HI an. Es macht den Kopf frei und verschafft ihm eine Klarheit. Das HE wirkt auf die Schilddrüse und verbessert das Immunsystem. Aggressionen können mit dem HE abgebaut werden. Auf dem unteren Verdauungsbereich wirkt das HU. Die Verdauung wird angeregt. Man spürt die positive Wirkung sofort.

 

Übungen zum Ausprobieren

Morgens, beim Zähne putzen können Sie schon eine einfache Übung machen. Lächeln Sie einfach Ihrem Spiegelbild zu. Sie werden merken, dass Ihre Stimmung sich sofort bessert. Nun können Sie mal einfach loslachen. Probieren Sie dabei unterschiedliche Lachlaute aus.

Für eine andere Übung legen Sie sich auf den Rücken. Strecken Sie Ihre Arme und Beine in die Höhe und zappeln Sie wie ein Käfer, der auf den Rücken gefallen ist. Lachen Sie dabei aus vollem Hals und juchzen Sie wie ein kleines Kind. Sie werden sehr schnell spüren, wie gut Ihnen diese Übung tut.

Stress und Wut können Sie gut rauslassen, wenn Sie sich schulterbreit aufstellen und tief durch die Nase einatmen. Beim Ausatmen beugen Sie den Körper nach vorne und schütteln allen Frust und Stress aus Ihrem Körper. Dabei lachen Sie kräftig. Diese Übung wiederholen Sie mindestens zweimal.

 

Lachen ist gesund. Fünfzehn Minuten am Tag reichen aus, um die positiven Wirkungen zu spüren. Lachyoga kann man gemeinsam mit anderen Menschen in Lachclubs erleben. In vielen Städten gibt es zahlreiche Angebote. Ein Versuch ist es wert.

Aber Vorsicht, es ist ansteckend!


Autor: kathrin:mehling